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Erstmals zählte in der Saison 2015 das Finale der Rundstrecken-Challenge Nürburgring, das 3h-Rennen „Schwedenkreuz“, zur Meisterschaftswertung.197 Teams traten bei herbstlichen Witterungsbedingungen – kühle Temperaturen, aber zum Glück keine größeren Regenschauern – auf dem Nürburgring an.

Der Renntag begann für die Teilnehmer der familiären GT- und Tourenwagen-Breitensportserie mit dem 90-minütigen Zeittraining. Wer direkt eine schnelle Runde fahren wollte, war diesmal richtig beraten. Denn kurz nach Trainingsbeginn verhinderten einige Unfälle rund um die Strecke weitere schnelle Runden.

TAM-Pilot Christopher Gerhard (Viersen, Porsche 991 GT3 Cup), der sich diesmal das Cockpit mit dem Ungarn Csaba Walter teilte schaffte seine Runde in 8.38,665 Minuten. Das war die Abstand schnellste Zeit, die am Ende für die Pole-Position reichte. „Die Runde war nicht optimal. Ich hatte ein wenig Verkehr und die Strecke war teilweise mit Bindemittel und Öl verschmutzt. Anschließend haben wir auf eine weitere Zeitenjagd verzichtet und uns auf die Rennvorbereitung konzentriert.“

Am Ende des Trainings war die Strecke dann wieder frei und weitere schnelle Runden möglich. Tobias Jeckle/Donald Molenaar (München/Niederlande, BMW M3) fuhren auf Startplatz zwei vor Peter Mamerow (Castrop-Rauxel, Porsche 997 GT3 R). Die viertplatzierten Marco Schelp/Peter Scharmach (Berlin/Solingen, Porsche 997 GT3 Cup S) wären fast noch auf Pole gefahren, doch wurde die schnellste Runde gestrichen, da unter gelber Flagge überholt wurde. 

Die Anfangsphase des Rennens wurde vom Zweikampf der Porsche-Teams Gerhard/Walter und Schelp/Scharmach bestimmt. Zunächst hatte Gerhard die Führung übernommen. Scharmach war in der Mercedes-Arena umgedreht worden und hatte Zeit verloren, holte aber schnell auf. Bald lieferten sich die beiden Porsche einen spannenden Zweikampf, bis zum ersten Boxenstopp. Dann fiel eine Vorentscheidung.

Nach sieben Runden bog Gerhard planmäßig in die Boxengasse ab. Scharmach folgte ihm, ein fataler Fehler. Scharmach: „Ich hatte keinen Funk und bin sicherheitshalber Gerhard gefolgt. Leider war ich eine Runde zu früh.“ Die Boxencrew war nicht vorbereitet, alle Tanksäulen belegt. Insgesamt verloren Schelp/Scharmach fast vier Minuten bei dem chaotischen Stopp.

Anschließend fuhren Gerhard/Walter das Rennen problemlos nach Hause. Die letzten Runden konnte Gerhard bei einsetzender Dunkelheit und stellenweise leichtem Nieselregen auf Nummer sicher gehen: „Ich freue mich über den Sieg, es war der sechste Saisonerfolg und in der Meisterschaft bin ich sogar noch Vierter geworden.“

Dahinter hatte sich die Konkurrenz weiter reduziert. Ercan Kara Osman (Düsseldorf, Porsche 997 GT3 Cup) schied nach einer Kollision aus, Lukas Moesgen/Tim Breidenbach/Guido Heinrich (Weeze/Solingen/Berlin, Porsche 997 GT3 Cup) kämpften zunächst mit einer gebrochenen Sitzschiene, dann war nach einem Unfall Schluss. Jeckle/Molenaar kamen aus der 16. Runde nicht mehr zurück. Schelp/Scharmach kamen schließlich drei Minuten Rückstand auf Platz zwei. Scharmach: „Ein gutes Rennen, das wir durch den verkorksten Boxenstopp verloren haben. Aber Platz zwei ist auch in Ordnung.“ Den letzten Platz auf dem Podium holten sich Dirk Vleugels/Thorsten (Düsseldorf/Niederzissen, Audi TTS).

Vierter wurde der Porsche Cayman von Prosport Performance mit Fidel Leib/Christoph Breuer (Wangen/Nettersheim) vor Patrick Wagner/Daniel Schellhaas (Ofterdingen/Mössingen, BMW M3). Auf den weiteren Plätzen kamen Rudi Speich/Roland Waschkau/Artur Goroyan (Roßbach/Untereisesheim/Diez, Audi TTS) und Dr. Stein Tveten (Bad Honnef, Porsche 991) ins Ziel.

Hinter der Spitzengruppe kämpften drei Teams um die Meisterschaft. Christian Büllesbach/Norbert Fischer (Königswinter/Köln, BMW Z4), die beim Finale von Daniel Zils (Bendorf) unterstützt wurden, gingen in der Klasse V5 direkt in Führung. Während der gesamten drei Stunden gaben sie diese nicht mehr ab und holten sich dadurch den RCN-Titel 2015. Büllesbach, bereits 2014 Meister: „Toll, dass es mit der Titelverteidigung geklappt hat. Wir haben heute alles richtig gemacht.“ Partner Fischer ergänzte: „Es gab schon einige brenzlige Situationen auf der Strecke, weil es so voll war. Aber wir sind gut durchgekommen. Ich freue mich über den Titel.“

Die beiden anderen Titelanwärter hatten so keine Chance. Heiko Seiwert (Hofweiler, BMW 318iS) gewann zwar erneut seine Klasse V2, musste sich aber mit dem Vize-Titel begnügen: „Das ist für mich ein großer Erfolg. Ich bin in dieser Saison nicht einmal ausgefallen, es ist gut gelaufen.“ Jürgen Schulten/„Kiko“ (Hamminkeln/Schmitten, Opel Astra OPC) schafften in der Klasse V3 keinen Klassensieg. Nach rundenlangem Fight mussten sie sich dem schnellen Toyota von Stephen Topham (Stemwede) knapp geschlagen geben. Schulten: „Wir haben trotzdem eine gute Saison erlebt. Die Meisterschaft haben wir nicht erst heute verloren.“

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RCN Serienmanager Willi Hillebrand zog ein erstes positives Fazit der Saison: „Wir haben ein tolles Jahr mit großartigen Starterfeldern erlebt. Mit der CNG und dem DMSB haben wir gut zusammengearbeitet. Jetzt freue ich mich auf die Jahressiegerehrung und unseren Auftritt auf der Essen Motor Show.“

Den RCN Gesamtsieger-Cup holte sich wie im Vorjahr Christopher Gerhard (Viersen, Porsche 991 GT3 Cup) vor Patrick Wagner/Daniel Schellhaas (Ofterdingen/Filderstadt, BMW M3) und Lucian Gavris (Grasbrunn, BMW M3).

Andrea Heim (Gronau, Renault Clio) gewann die RCN Ladies-Trophy, „Kiko“ (Schmitten, Opel Astra) den RCN Senioren-Cup. Mit einem weiteren Klassensieg sicherte sich Kevin Wolters (Ruppichteroth, VW Golf GTi) die RCN Junior-Trophy.

Die Teamwertung gewann mit einem weiteren Tagessieg die Meistermannschaft von Adrenalin Motorsport, auf den Plätzen folgen die SFG Schönau und Aesthetic Racing.

Bei den RCN Light holte Daniel Havermans (Prümzurlay, Honda Integra) den Meistertitel vor Volker Geburek (Rommerskirchen, BMW 318 iS) und Michael Daum (Merzig, VW Corrado).

 

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